KUHPOL - Ein Denkmal für die KUH
Ergebnis des Ideenwettbewerbs
Die Plätze 1 – 3 werden nachfolgend vorgestellt und erläutert. Weiterhin ist das Ergebnis der Jury mit der Liste der TOP 30 Teilnehmer veröffentlicht. Die Wettbewerbsteilnehmer hatten des der Jury schwer gemacht, die TOP 30 auszuwählen – eine Bildergalerie soll die Vielfalt der Beiträge ein wenig widerspiegeln.
Links zu den Bildergalerien
- Die TOP 3
- Ein Ausschnitt der TOP 60
- Die Juryentscheidung
finden Sie am Ende dieses Dokumentes.
Top 3 des Kuhpol ®-Ideenwettbewerb
Platz Eins
Dipl.-Ing (FH) Lars Beckmann, Werler Straße, 32105 Bad Salzuflen
Dipl.-ing. (FH) Philip Wiechern, Schillerstraße 12, 32756 Detmold
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Projektbeschreibung:
Wenig und wenig wird viel,
Tropfen um Tropfen eine Welle
Ideengeber unseres Entwurfs sind zwei fallende Milchtropfen zu unterschiedlichen Zeiten. Der erste Tropfen bildet den Kuhpol ®. Als weit sichtbare Skulptur ist er Zentrum der südlichen Anlage. Der 17,5 Meter hohe Kuhpol ® ist Denkmal und Wegweiser für Milch und weckt die Aufmerksamkeit der Menschen. In seiner Dynamik, Spannung und Kraft ist er das Sinnbild für den Mehrwert der Milch.
Der zweite Tropfen wird zur raumbildenden Architektur und faßt vielfältige Funktionen zusammen. Das Erdgeschoss des Mehrwertzentrums bietet Platz für Auditorium und Sitzungssaal, die je nach Bedarf in der Größe veränderbar sind. Es gibt Ausstellungsflächen in unterschiedlichen Proportionen und mobile Archive. Der Kinderbereich lässt sich zur Außenanlage hin öffnen und schafft alternative Spielflächen.
Im Obergeschoss befindet sich ein Restaurant, von dem der Gast den Blick zum Kuhpol ®l oder zur Ausstellung schweifen lassen kann. Die Mediothek bietet diverse Informationsmöglichkeiten. Arbeitsplätze und digitale Medien stehen zur Verfügung. Die Leselounge schafft eine entspannte Atmosphäre und verkörpert einen Ruhepol in der Anlage.
Anders als bei Frank L. Wright`s "Fallingwater", wo sich die Architektur perfekt an die Landschaft anpasst, wird hier das "platte Land" durch die Architektur geformt. Die entstehenden Wellen schaffen einen dynamischen Außenbereich, der vielseitig genutzt wird. Die feingekachelte weiße Außenhaut der Architektur unterstützt die organische Form der Gebäude und ist Sinnbild für die Milch. Trotz seiner Materialhärte wird eine weiche, fließende und kraftvolle Bewegung inszeniert.
Platz 2
Michael Wartjes, Schwachhauser Ring 7, 28213 Bremen (Riensberg)

Projektbeschreibung:
Neben kulturellen, landschaftlichen und traditionellen Reizen bewährt sich Niedersachsen, das zweitgrößte Land der Bundesrepublik, als erfolgreicher Wirtschaftsstandort. Da die Land- und Milchwirtschaft eine vergleichbar starke Stellung in Niedersachsen einnimmt besteht ein Großteil der Fläche aus Wiesen und Feldern. In der Geschichte Niedersachsens wurden Landstriche oftmals vererbt, verteilt, vereinigt und verkauft, fremde Eroberer kamen und gingen. Als Folge daraus ist die, in der Milchwirtschaft heute eine starke Stellung einnehmende Region, geprägt durch ihre unregelmäßige Aneinanderreihung von Nutzland.
Diese unregelmäßige Aneinanderreihung greift der Entwurf auf und seine Entwicklung basiert auf diesen Gegebenheiten. Er übernimmt die oftmals asymmetrischen Einteilungen der Wiesen und Felder und übersetzt diese Strukturen in eine Gebäudeform.
Die Fassade weckt durch ihre Gestaltung und Farbe Assoziationen sowohl mit dem typischen, durch Nutzland geprägten, Erscheinungsbild Niedersachsens als auch mit dem Produkt Milch und seiner Struktur. Dem viergeschossigen Bau gelingt es sich durch seine Materialität, Fassadenstruktur und Höhe als eine Einheit zu definieren- differenzierte ablesbare Schichten sucht man nahezu vergeblich. Lediglich der von Norden nach Süden verlaufende, als Eingangsbereich dienende Einschnitt im Gebäude, ermöglicht dem Besucher einen Blick ins Innere.
Mittig im Baukörper befindet sich ein medial nutzbares skulpturales Objekt welches durch seine farbliche Akzentuierung und seine Ersteckung über alle vier Ebenen sowohl als Orientierungshilfe als auch als Mittelpunkt dient. Die verschiedenen Nutzungs- und Funktionsbereiche aller Etagen sind um diesen Drehpunkt, den Kuhpol ®, angeordnet.
Das funktionale Raumprogramm ist durch seine effiziente Rundlaufstruktur hoch flexibel. Das Gebäude bietet die geforderte Ausstellungsfläche für Exponate verschiedener Richtungen, Besprechungs- und Vorführungsmöglichkeiten, eine Mediothek, ein Restaurant sowie einen Bereich für Kinder.
Platz 3
Christian Gürtler, Bildhauer, Breisacher Straße 12, 81667 München
Ludwig Kufmüller, Architekt, Kreittmayrstraße 32, 80335 München


Projektbeschreibung:
Grundkonzept Gebäude
Das Gebäude nimmt in seiner organischen Form und der milchig weißen Farbigkeit die Idee des Naturprodukts Milch auf.Der Eingangshof bildet den gedachten Pol, der einerseits den Ausblick auf die umgebende Landschaft freigibt und gleichzeitig ins Gebäude führt. Der Hof mit dem Cafe ist erster Ort der Begegnung, noch vor dem eigentlichen Kommunikationsbereich im Gebäude.Beim Eintritt ins Gebäude erschließt sich der gesamte Raum. Das Tageslicht schimmert weiß durch die lichtdurchlässige Hülle in die Halle. Nachts scheint das Gebäude von Innen zu leuchten.Die Raumübergange sind fließend. Die einzelnen Funktionsbereiche sind voneinander durch durchsichtige oder milchfarbene, teilweise variable Elemente getrennt, so dass sie unterschiedlichen Situationen angepasst werden können.
Eingangshof - Kuhpol ®
Der Eingangshof ist teilweise überdacht und bietet sich für eine Nutzung im windgeschützten Außenbereich an. Die Kunst bestärkt diese Rolle:
- Tagsüber -
Im Zentrum des Innenhofs steht ein hüfthoher Trinkbrunnen. Aus ihm fließt Wasser in ein größeres, dem Bau vor gelagertes Bassin. Wenn es vollständig gefüllt ist schießt minutenlang eine Fontäne in den Himmel. Nun leert sich das Becken und der Strahl erlischt. Das Spiel kann von Neuem beginnen.
- Nachts -
An schönen Sommertagen sprühen um das große Becken gelagerte Düsen feinste Wände aus Wasser meterhoch in die Luft. Sie sind Projektionswände für eigens von Künstlern entworfene Video- und Laserprojektionen.
Konstruktion / Technik
Die Hauptkonstruktion wird in Holz -/Stahlbauweise vorgeschlagen und außenseitig mittransluzenter PVC - Membrane mit Stahlseilen verspannt. Innen liegend wird transluzente Wärmedämmung angebracht und innenseitig mit durchscheinender ETFE - Folie bespannt.Über die Türme wird die Abluft über Wärmetauscher mit Luftturbinen zur Energierückgewinnung abtransportiert. Die Fontäne wird aus einem Regenrückhaltebecken gespeist.
Pressemeldung zur Juryentscheidung - ein Ausschnitt
Gefunden: Ein Kuhpol ® für das Milchland Niedersachsen
LVN/Hannover Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) war in den letzten Monaten auf der Suche nach kreativen Ideen für ein interessantes Projekt, welches dem Wert der Milch symbolhafte Bedeutung geben soll. Niedersachsen versteht sich als ein Zentrum der Milchwirtschaft. Deshalb soll ihr hier mit dem Kuhpol ® ein "Denk-mal" für die Gesellschaft gesetzt werden. In einem offenen Ideenwettbewerb hatte die LVN im November 2005 unter anderem Künstler und Architekten aufgerufen, Entwürfe für einen solchen Kuhpol ® einzureichen. Rund 200 Einsendungen aus dem In- und Ausland trafen bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist Ende Januar ein. Am 15. Februar wurden die Gewinner des Wettbewerbes durch eine fünfköpfige Jury ermittelt. Das Team aus Künstlern, Architekten und Milchwirtschaftlern entschied sich für den Kuhpol ® - Entwurf von Lars Beckmann aus Bad Salzuflen und Philipp Wiechern aus Detmold.
Wettbewerb sprengte alle Erwartungen
Mit 200 Einsendungen übertraf der Ideenwettbewerb alle Erwartungen. Kurator Dr. Klaus Groh aus Edewecht war nicht nur von der Vielzahl, sondern auch von der Professionalität der Arbeiten überrascht. Ziel war es, so Groh, ein skulpturartiges Gebäude zu entwerfen, in dem sich vieles, wie im Milchland Niedersachsen, um die Milch, die Kühe und die Landwirtschaft dreht. Zudem sollte das Bauwerk, in dem gesammelt, geordnet, archiviert und gestaltet, aber auch gelacht, getanzt und gefeiert werden kann, zeitgenössisch und modern sein. In der Ausscheidung am Mittwoch in Hannover legte die fünfköpfige Jury unter Berücksichtigung der Beurteilungskriterien wie künstlerische Idee, Symbolcharakter, Landschaftsbezug sowie Funktionalität die besten 30 Arbeiten fest. Ein Entwurf fand dabei die größte Zustimmung unter den Juroren: Die Arbeit von Lars Beckmann (35) und Philipp Wiechern (31). Das Team wird mit einem Betrag von 5.000 Euro belohnt. Auf dem Platz zwei landete Michael Wartjes aus Bremen, Dritte wurden Christian Gürtler und Ludwig Kufmüller aus München. Sie erhalten Preisgelder von 3.000 bzw. 1.000 Euro.
Der neue Kuhpol ® - ein Milchtropfen!
Ideengeber des Entwurfs von Beckmann und Wiechern sind zwei fallende Milchtropfen zu unterschiedlichen Zeiten. Der erste Tropfen bildet den 17,5 m hohen Kuhpol ® als Denkmal und Wegweiser für Milch. Seine Dynamik, Spannung und Kraft stellen das Sinnbild für den Mehrwert der Milch dar. Der zweite Tropfen wird als Gebäude genutzt, er bietet Platz für das "Mehrwertzentrum" rund um die Milch. Spiel- und Vortragsräume, Platz für Historisches und Kulinarisches sind integiert. Die entstehenden konzentrischen Ringe auf der Oberfläche von Milch, in die die Tropfen hineinfallen, modellierten die Preisträger in eine Wiese, die fallenden Milchtropfen befinden sich im Zentrum. Prof. Timm Ulrichs, Jurymitglied und Künstler aus Hannover lobte den Entwurf der Erstplatzierten aufgrund seiner schlüssigen Symbolik zum Thema. "Die Gestalt ist prägnant, die Landschaftseingliederung perfekt", so Ulrichs in Hannover. Der Jury-Vorsitzende Prof. dipl. ing. arch. Alexander Kleinloh von der Fachhochschule Hannover sprach von der genialsten Idee, die zudem unverwechselbar ist. Dr. Karl-Heinz Ziessow vom Museumsdorf Cloppenburg zeigte sich beeindruckt, wie vielfältig und phantasievoll die Aufgabenstellung von den Teilnehmern angegangen wurde. Die milchwirtschaftlichen Juroren Karl Osmers, Geschäftsführer der LVN und Lars Schäkel, Geschäftsführer der frischli-Milchwerke GmbH freuten sich über die Aufgeschlossenheit der Teilnehmer für die Themen Kuh, Milch und Landwirtschaft. "Wenn wir erreichen, dass sich die Besucher des zukünftigen Kuhpols ® nur einen Bruchteil von dem, wie es die Künstler bzw. Architekten getan haben, mit dem Thema beschäftigen, haben wir viel erreicht", so Karl Osmers nach der Bekanntgabe der Gewinner. Die 30 besten Arbeiten werden in einem Katalog veröffentlicht und im April in einem niedersächsischen Museum zu bewundern sein. ...

Eigenes Engagement niedersächsischer Landwirte wird bei der LVN belohnt - erst Punkte sammeln und am Jahresende tolle Prämien einlösen...