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Milchlandpreis 2011: Viertplatzierte Otte-Mennenga GbR, Bakum-Lüsche

3. Februar '12

In Bakum-Lüsche im Landkreis Vechta wohnt Familie Otte, die als Otte-Mennenga GbR den vierten Platz beim letztjährigen Milchlandpreis erzielte. Wie es zur Bewerbung kam und welche engagierten Pläne die junge Familie mit ihren vier Kindern im Alter von 2 bis 7 Jahren für die nächsten Jahre hat, erzählt Frauke Mennenga-Otte im Interview mit der LVN.

LVN: Sie haben sich zum ersten Mal beim Milchlandpreis beworben? Wie kam es dazu?

Mennenga-Otte: Ich verfolge den Milchlandpreis eigentlich schon seit Anfang an. Letztes Jahr waren wir mit der ganzen Familie beim Tag der Milch auf dem Betrieb Evers. Dort standen wir um die große „Goldene Kuh“ herum und Lukas, unser Ältester, fragte: „Können wir da nicht auch mal mitmachen?“ So kam es zu unserer Bewerbung.

LVN: Ihr Betrieb hat eine besondere Struktur. Die Jungviehaufzucht erfolgt in Ostfriesland, die Kühe stehen in Bakum bei Vechta. Was steckt dahinter und wie ist die Arbeitsaufteilung?

Mennenga-Otte: Als mein Mann und ich heirateten, hatten wir zwei Milchviehbetriebe, einen in Ostfriesland in Woltzeten (Krummhörn) und einen in Bakum-Lüsche. In Bakum, wo mein Mann zuhause ist, waren die Milchviehstallungen so, dass dort weitere Kühe Platz hatten. So konnte ich die Kühe ohne großen Aufwand aus Ostfriesland mitbringen. Nur die Melktechnik musste erneuert werden. Das Jungvieh blieb in Woltzeten. Mein Bruder, der zuerst Landmaschinenschlosser gelernt hatte, entdeckte, dass das nicht so sein Ding war und entschloss sich vor fünf Jahren bei uns in Bakum zwei Jahre Landwirtschaft zu lernen. Seit drei Jahren ist er jetzt bei uns angestellt und führt den Betrieb mit dem Jungvieh in Ostfriesland.

In Bakum haben wir immer einen Lehrling und wenn mal Not am Mann ist, kommt ein ehemaliger Lehrling oder auch der Nachbarjunge zum Kühe füttern.

LVN: Welche Kriterien haben Sie bei der Planung des Boxenlaufstalls berücksichtigt?

Mennenga-Otte: 1999 haben wir unseren Boxenlaufstall auf 145 Plätze erweitert, 2011 kamen noch einmal 45 Plätze dazu. Die Spalten sind befahrbar, so dass wir größere Maschinen einsetzen können. Außerdem haben wir breitere Übergänge geschaffen. Die Gruppeneinteilung im Stall ist jetzt so gestaltet, dass die Fütterung optimal ablaufen kann. Die Abläufe sind so, dass wir die Arbeit zu zweit schaffen können.

Wir waren vor der Erweiterung viel unterwegs und haben uns viele Ställe angesehen, z.B. beim Tag des offenen Hofes. Wir haben uns da viel abgeschaut, sozusagen „Augenklau“. Wir machen sehr viel selbst, mein Bruder als Landmaschinenschlosser und mein Mann als gelernter Elektriker haben daran viel Freude.

LVN: Welche Wohlfühlkriterien für Mensch und Tier wurden beim Bau des Melkhauses mit dem Doppel-10er-Fischgräten-Melkstand mit Schnellaustrieb berücksichtigt?

Mennenga-Otte: Der Melkstand ist ebenerdig, d.h. die Kühe laufen über eine leichte Steigung hoch in den Melkstand, der Mensch muss keine Treppen steigen. Meistens melke ich 1,5 h allein. Natürlich hilft der Lehrling, wenn er da ist.

LVN: Gibt es Ansatzpunkte nach der Begutachtung, die Sie in Angriff nehmen wollen bzw. schon genommen haben?

Mennenga-Otte: Ja, wir haben zum Beispiel das Thema Betriebszweigabrechnungen mit unserem Steuerberater besprochen und achten vielleicht jetzt noch mehr darauf, mit unseren Maschinen möglichst effektiv zu arbeiten. Für die Vakuumpumpe haben wir jetzt auch eine Frequenzsteuerung angeschafft.

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit habe ich Kontakt mit zwei Kindergärten aufgenommen. Die Kinder haben sich im Kindergarten-Bus schon immer die Nasen platt gedrückt, als mein Sohn gebracht wurde. Da habe ich im Kindergarten mal gefragt, ob die Gruppe kommen möchte. Letzte Woche waren die Kinder mit den Erziehern da. Sie durften zum Beispiel einen Strohballen auseinanderpflücken und hatten viel Spaß dabei. Im Mai ist ein Projekt mit dem anderen Kindergarten geplant, da macht auch das Landvolk mit. Dann kommen 50 Kinder auf den Hof. Wir werden mit Stationen arbeiten und die Kinder bereiten den Besuch im Kindergarten vor.

LVN: Wie sieht die kurz- bzw. langfristige Planung für Ihren Betrieb aus?

Mennenga-Otte: Am Ende des Milchwirtschaftsjahres 2013 sollen 150–160 Kühe im Stall stehen. Das ist die Zahl, die man zu zweit noch schafft. Im nächsten Jahr wollen wir den Jungviehstall in Krummhörn auf 150-200 Plätze erweitern und ein Wohnhaus für meinen Bruder bauen – der wird in diesem Jahr heiraten.

LVN: Gibt es für Sie eine Alternative zur Milchviehhaltung?

Mennenga-Otte: Nein, wir sind große Kuhliebhaber. Mein Mann nimmt trotz der knappen Zeit gerne an Verbandstierschauen und Auktionen teil.

LVN/Licher


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